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Vor etwa 3 Tagen von BlackChester.des Twitter via Twitter for iPhone

Ryan Shuck

>> Ich benutze die Kunst als Ventil für die Dinge, die mich andernfalls zerstören würden…

Ryan Shuck, der am 11. April 1973 in dem kleinen 5.000-Seelen-Örtchen Taft nahe Bakersfield (Kalifornien) geboren wurde, ist längst kein Unbekannter mehr in der Musikszene rund um Südkalifornien und mittlerweile auch rund um den Globus vielen Leuten ein Begriff. Doch nicht nur als Gitarrist für die Synthrock-Band Orgy und als Sänger und Gitarrist von Julien-K konnte er sich bis heute einen Namen machen – mittlerweile gilt Ryan auch als erfolgreicher Unternehmer und er besitzt sogar ein eigenes Home-Studio, das bereits einigen Bands als kreative Zuflucht diente und in dem natürlich auch die eigenen Ideen schnell verwirklicht werden können.

Angefangen hat alles im frühen Jugendalter, als Ryan die Gitarre für sich entdeckte und anfing, in lokalen Bands zu spielen. Seine ersten Einflüsse waren damals typische Heavy Metal-Bands à la Metallica und Slayer, die gerade sehr angesagt waren; und ebenjene Leidenschaft zur harten, emotionalen Musik war es dann auch, die Ryan mit einem zwei Jahre älteren Sänger namens Jonathan Davis zusammenbrachte. Die beiden waren im selben Wohnblock in Bakersfield aufgewachsen und hatten irgendwann gemerkt, dass sie etliche gemeinsame Interessen hatten – so zum Beispiel ebenjene Affinität zur Musik, die schließlich zur Gründung der Band SexArt führte, in der außer Ryan noch Mitglieder von heute so namhaften Bands wie KoRn, Adema und Videodrone ihre Karriere begannen. Doch damals konnte noch niemand ahnen, dass diese Band letzten Endes die Entstehung des Musikstils, der heute als Nu Metal oder Alternative Metal bezeichnet wird, maßgeblich mitprägen würde und zudem den Grundstein zu erfolgreichen Musikerkarrieren legen würde. Somit könnte man Ryan fast unterstellen, bereits damals unterbewusst das richtige Gespür für ein erfolgreiches musikalisches Unterfangen gehabt zu haben.

Bereits während seiner ersten Band-Erfahrungen begann sich Ryan jedoch langsam, aber sicher auch komplett anderen musikalischen Stilen anzunähern. So erzählt er z.B. von einem prägenden Erlebnis im Alter von 14 oder 15 Jahren, als er in San Luis Obispo zum ersten Mal die Chance hatte, einen Dance-Club zu besuchen. Noch nie zuvor war er in einem solchen Club gewesen, da seine kleine Heimatstadt mit solchen Amüsements einfach nicht dienen konnte. In ebenjenem Club sah er zum ersten Mal auf einer großen Leinwand einige Musikvideos aus dem New Wave- und Electro-Bereich – darunter auch das Video zu New Orders Song “True Faith“. Laut seinen eigenen Aussagen veränderte dieses Video sein Leben. Er hatte bisher nicht erkannt, dass Musik so cool sein konnte und erinnert sich bis heute an diesen Schlüsselmoment, der ihn seinen Blick vom Tellerrand des Heavy Metal geradewegs in die Untiefen der elektronisch angehauchten Musik richten ließ. Bis heute verfolgt er daher nach eigenen Aussagen genau den Ansatz, unter anderem diese beiden prägenden Musikstilrichtungen miteinander zu vermischen und leidenschaftliche, harte und tiefsinnige Musik mit einem elektronischen Feel zu kreieren, die geradewegs aus dem Herzen kommt und tiefe Einblicke in die Seele gewährt.

Tiefe Einblicke in die Abgründe von Herz und Seele – ja, davon kann Ryan definitiv ein Lied singen, hatte er doch bereits in seiner Kindheit mit etlichen negativen Erlebnissen und schockierenden Momenten zu kämpfen, die besonders mit seinem Vater zu tun hatten, der die Familie schlussendlich verlassen hatte. All diese Erlebnisse aus der Vergangenheit, die ihn in seiner Jugendzeit ziemlich abstürzen ließen, prägen ihn und seine Musik auch heute noch in großem Ausmaß. Nicht umsonst “bedankte“ sich Ryan z.B. in den Credits der Orgy-DVD Trans-Global Spectacle bei seinem Vater dafür, dass er ohne ihn und sein respektloses Verhalten wohl heutzutage nie so gute Musik machen würde.

Nach der Trennung von SexArt, die irgendwann aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen der Mitglieder unvermeidlich wurde, verfolgte Ryan weiterhin seine musikalischen Ambitionen und besuchte nach Beendigung der High School ein Beauty College, um sich zum Friseur und Kosmetiker ausbilden zu lassen. Dieser eher außergewöhnliche Berufswunsch (dem er später auch einige Zeit aktiv nachging – sogar noch zu der Zeit, als die großen musikalischen Erfolge langsam eintrudelten) spiegelte wiederum Ryans Neigungen zum New Wave der 80er Jahre wider, der allgemein sehr durch die Optik und Ästhetik der Musiker geprägt wurde – und diese Tendenz sollte dann auch beizeiten zur Gründung zu seinem bisher erfolgreichsten musikalischen Unterfangen, der Band Orgy, führen, die stets durch einen starken Einschlag in Richtung des Synthie Rocks und New Wave der 80er glänzen konnte.

Ryan gründete Orgy zusammen mit Jay Gordon, und fand bald darauf in Amir Derakh an der Gitarre, Paige Haley am Bass und Bobby Hewitt an den Drums drei würdige Mitstreiter, die die Vision der Band teilten. Zusammen mit ihnen entwickelte sich Ryan in eine ganz neue Richtung und feierte Mega-Erfolge – darunter Platin-Auszeichnungen, diverse andere Awards, Auftritte vor Millionenpublikum und Performances bei vielen bekannten TV- und Radiosendern. Zudem konnte er bedeutende Songwriting-Credits bei keiner geringeren Band als KoRn einfahren, da das Gitarrenintro von deren Hit “Blind“ noch aus Jonathan Davis‘ Zeit bei SexArt stammt und somit von Ryan mitgeschrieben wurde. Zur Hochphase von Orgy lebte Ryan zudem noch auf anderen Gebieten seine Kreativität aus und gründete seine eigene Klamottenfirma Replicant Rock Clothing, deren Stücke er auch zusammen mit der Hilfe seiner Musikerkollegen Chester Bennington (Linkin Park), Stephen Carpenter (Deftones) und Brian “Head“ Welch (KoRn) selbst designte.

Nachdem sich auch Orgy zu Beginn des neuen Jahrtausends nach einer längeren Phase des Rockstar-Daseins und den damit verbundenen Strapazen und Eskapaden seelisch und körperlich ausgelaugt fühlten, und zudem nach der Veröffentlichung von Punk Statik Paranoia im Jahre 2003 die Chemie und kreative Energie innerhalb der Band nicht mehr stimmte, begann Ryan damit, zusammen mit Amir langsam, aber sicher eine neue Vision in Sachen elektronischer Musik zu verwirklichen. Das Projekt Julien-K wurde aus der Taufe gehoben und entwickelte sich mehr und mehr zu einem Selbstläufer und zu einer richtigen Band.

Gleichzeitig mit der Arbeit an Julien-K begann sich Ryan auch für Aspekte der Politik und Wirtschaft zu interessieren und versuchte sich als Unternehmer. So leitet er mittlerweile drei Restaurants in seiner Wahlheimat Orange County und hatte auch von Beginn an bei den geschäftlichen Dingen von Julien-K seine Finger im Spiel. Des Weiteren gab er der neuen Klamottenlinie Ve’cel von Chester Bennington (der mittlerweile zu seinem besten Freund geworden ist) etliche kreative Impulse.

Aus ebenjener Freundschaft zu Chester heraus ist auch Ryans Engagement mit dessen Solo-Bemühen Dead By Sunrise entstanden, das bis ins Jahr 2005 zurückdatiert und 2009 endlich richtig realisiert werden konnte. Wie Chester schon oft betonte, wäre Dead By Sunrise ohne Ryans Motivation und Fürsprechen wahrscheinlich nie zu dem geworden, was es heute ist, und etliche Songs hätten vielleicht nie das Licht der Welt erblickt.

… und das ist nur ein weiteres Beispiel für den großen Einfluss, den Ryan bis heute in allen Bereichen, die er leidenschaftlich verfolgt, ausübt. Er ist definitiv ein Macher und Akteur, der auch durch seine aufgeschlossene und offene Art zu einer vielseitig einsetzbaren kreativen Kraft geworden ist, die – so scheint es – einfach nie aufhört zu wirken.

Man darf daher sehr gespannt sein, was der selbsternannte “Supreme Commander“ seinen treuen Anhängern mit Julien-K, Dead By Sunrise, Orgy oder seinen zahlreichen anderen Tätigkeiten in Zukunft noch so um die Ohren (oder in die Ohren) schleudern wird!

(c)Julien-K.de