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Vor etwa 2 Tagen von BlackChester.des Twitter via Twitter for iPhone

Linkin Park

Heute sind Linkin Park die erfolgreichste Rockband des 21. Jahrhunderts. Sie haben eigentlich alles erreicht, was man als Band erreichen kann. Sie haben mehrere Grammys gewonnen und eine größere Zahl an MTV Awards. Ihre musikalische Bandbreite geht dabei von Nu-Metal bei „Hybrid Theory“ über Ansätze von Elektro-Pop-Rock bei „A Thousand Suns“ bis hin zu einer riesigen Soundvarianz auf “LIVING THINGS”. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Phänomen des Crossover/Alternative?

Angefangen hat alles 1996 als die Schulfreunde Brad Delson und Mike Shinoda begannen ihre ersten Konzerte zu besuchen. Mike, der eigentlich nur Hip-Hop hörte, und Brad, welcher hauptsächlich Platten von Jimi Hendrix und anderen Rockgrößen im Schrank hatte, gingen zusammen auf das Konzert von Anthrax und Public Enemy, wo erstmals Thrash-Metal mit Hip-Hop verbunden wurde. Da war sie also, die Musikrichtung, die Rock und Hip-Hop verband. Daraufhin beschlossen Mike und Brad, der vorher schon in diversen Bands war, eine Band zu gründen. Xero war geboren. Zusammen mit Drummer Rob Bourdon, den Brad schon von seinen früheren Projekten kannte, und kurze Zeit später auch mit dem DJ Joe Hahn, dem Bassisten Dave Farrell, sowie dem Sänger Mark Wakefield, nahm die Band schon bald die ersten Demos auf, welche jedoch bei keiner Plattenfirma wirklich beachtet wurden. Die Demos wurden hierbei in Mikes kleinem Homestudio aufgenommen. Aufgrund des ausbleibenden Erfolgs und der damit verbundenen Frustration wechselte Dave Farrell zu den Tasty Snax und auch Mark Wakefield widmete sich anderen Projekten. Als Ersatz für Dave stieß schon recht bald Scott Koziol zu der Band, welche danach jedoch immer noch auf der Suche nach einem neuen Sänger war. Mittlerweile hatte sich die Band in Superxero umbenannt.

Während eines Praktikums bei Zomba Music und dem damit verbundenen Kontakt zu Jeff Blue, dem damaligen Vize Präsidenten der Plattenfirma, stieß Brad auf der Suche nach einem neuen Sänger auf Chester Bennington aus Arizona, der bis dahin bei „Grey Daze“ sang. Also schickten die Jungs ein Demotape an Chester, auf welches er erste Vocals einsingen sollte. Kaum hatte der Rest der Band diese Aufnahmen gehört, luden sie Chester nach Los Angeles ein um die Aufnahmen für das erste Demoalbum zu starten. Dieser war darüber so erfreut, dass er sogar seine eigene Geburtstagsfeier sausen ließ und ins erste verfügbare Flugzeug nach Los Angeles stieg.

Schnell waren die Aufnahmen im Kasten, man wollte aber den eigenen Bandnamen ändern und kam zu dem Schluss, dass Hybrid Theory eine gute Wahl sei. Also produzierten sie ihre erste EP, die „Hybrid Theory EP“, und schickten sie an mehrere Plattenfirmen. Durch Brads Kontakte zu Jeff Blue, der inzwischen bei Warner Bros Records arbeitete, kamen sie an einen Plattenvertrag, da Jeff Blue von der Band auch durch den Kontakt zu Brad extrem begeistert war. Nun gab es jedoch noch ein Problem. Der Bandname Hybrid Theory war bereits vergeben und man wollte natürlich jeglichen  Copyrightkonflikten aus dem Weg gehen, also ging das Grübeln erneut los. Schließlich kam Chester auf die Idee die Band einfach „Lincoln Park“ zu nennen, schließlich gibt es in jeder größeren amerikanischen Stadt einen solchen Park, wodurch die Band auch überall als Lokalband durchgehen könnte. Da die Website www.LincolnPark.com jedoch schon vergeben war entschied man sich schließlich für die englische Lautschriftschreibweise des Namens und so wurde aus „Hybrid Theory“ die heute unter dem Namen „Linkin Park“ bekannte Band.

Da sie nun einen Namen hatten und der Plattenvertrag auch da war, begann man also das erste Album, „Hybrid Theory“, aufzunehmen. Die Namenswahl fiel hier bewusst auf den alten Bandnamen, um auch die Fans der Demos daran zu erinnern, da „Linkin Park“ schon sehr früh begannen das Internet als Medium zum Aufbauen einer Fanbase benutzten. Als das Album veröffentlicht war verließ Scott Koziol die Band wieder und der alte/neue Bassist Dave Farrell stieß wieder zu der Band, was erklärt warum Dave nicht auf den Promofotos von „Hybrid Theory“ zu sehen ist und auch keine Rechte an den Songs der ersten Scheibe hat. Das Album war jetzt also veröffentlicht und wurde zum riesen Erfolg, was eigentlich niemand so wirklich erwartet hatte. Bis heute wurden von „Hybrid Theory“ weltweit über 20-Millionen Exemplare verkauft. In den USA wo allein über 10-Millionen Exemplare verkauft wurden, gab es daher sogar den Diamond Award für die Platte.

Um die Scheibe weiter zu promoten, ging die Band auf Tournee und gaben in der Zeit sehr viele Konzerte. Entgegen des sich hart haltenden Gerüchts gaben die Jungs aber nicht innerhalb von einem Jahr über 300 Konzerte. Nicht einmal 1,5 Jahre nach dem ersten Album kam mit „Reanimation“ ein Remix-Album von „Hybrid Theory“ heraus. Dort waren aber nicht nur Remixe von „Hybrid Theory“ Songs enthalten sondern auch von B-Sides.

Am Ende des stets fortlaufenden Tourcycles fand die Band schließlich auch wieder ins Studio, um 2003 endlich den Nachfolger von „Hybrid Theory“ zu veröffentlichen. Bei der Plattenfirma glaubte unterdessen jedoch niemand so wirklich daran, dass die Band mit „Meteora“ den Erfolg von „Hybrid Theory“ wiederholen könnte. Doch „Meteora“ schlug nach Veröffentlichung ein wie eine Bombe und führte zu einer noch größeren Bekanntheit weltweit und zu einem größeren Erfolg. In Folge des Albums gab es auch das erste Live-Album „Live in Texas“, welches während der „Summer Sanitarium Tour“ mit u.a. Metallica und Limp Bizkit während zwei Konzerten in Texas entstand. Außerdem entstand in der Zeit nach „Meteora“ das Mash-Up Album „Collision Course“ mit Jay-Z, welches 2004 veröffentlicht wurde. Damals gab es die Show MTV Mash-Ups, bei der häufig Rock und Hip-Hop Acts vermischt wurden. Im Rahmen dieser Show entstand auch „Numb/Encore“, was schließlich dazu führte, dass Linkin Park und Jay-Z ein gesamtes Mash-Up Album aufnahmen, welches in „Collision Course“ resultierte. In der Deluxe Edition dieses Albums liegt außerdem eine Live DVD von einem Auftritt, bei dem alle Songs der Scheibe gespielt wurden, im Roxy Theater in Los Angeles bei, der Club in dem Linkin Park u.a. auch ihre ersten Shows überhaupt gespielt haben.

Die Zusammenarbeit mit Jay-Z hatte außerdem weitere Auswirkungen. Mike, der schon immer Hip-Hop Fan war sah in der Zusammenarbeit seine Chance und veröffentlichte nicht bald darauf sein Solo-Album „The Rising Tied“ unter dem Pseudonym Fort Minor. Bei diesem war Jay-Z Executive Producer also maßgeblich an der Scheibe beteiligt. Fort Minor selbst sind Mike sowie seine Freunde von Styles Of Beyond bzw. Demigodz Ryu und Takbir. Weitere Gaststars auf dem Album waren unter anderem Apathy, DJ Cheapshot, John Legend, Holly Brook (welche jetzt als Skylar Grey Karriere macht), Lupe Fiasco, Kenna und einige andere. Und auch mit der Scheibe war Mike nicht wenig erfolgreich und ging damit auf Welttournee. Es folgten Fort Minor Konzerte in Europa, Asien und den USA. Am bekanntesten dürfte wohl der Auftritt beim Summer Sonic als direkte Vorband von Linkin Park sein, bei der Chester bei „Where’d You Go“ Holly Brooks Part übernahm.

Im kommenden Jahr, also 2006, gab die Band lediglich gegen Ende des Jahres ein paar Konzerte, wobei sich die Liveaktivität auch schon in 2005 sehr eingeschränkt hatte. Während dieser konzertfreien Zeit blieben die Jungs aber nicht untätig. Sie begaben sich ins Studio um den Nachfolger von „Meteora“ auf die Beine zu stellen. Bei den Summer Sonic Auftritten im Sommer 2006 gab es dann auch schon die erste Demo zu hören „QWERTY“ ließ das Publikum geradezu ausrasten und die Fans der harten Songs von Linkin Park freuten sich enorm auf das neue Album, welches dann im Frühling 2007 endlich veröffentlicht wurde. Und die Enttäuschung bei eben diesen Fans war groß. Keine harten Riffs, keine wirklichen Nu-Metal Songs mehr. Mehr Pop-Rock à la U2 war auf „Minutes To Midnight“ zu hören. Dabei stach vor allem „Shadow Of The Day“ heraus, welcher wirklich extrem an die Machart von U2 erinnerte, während Songs wie „Bleed It Out“, „Given Up“ und „No More Sorrow“ doch eher die Hardcore Fans befriedigten. Auch auf das Album folgte wieder ein langer Touringcycle, welcher in Europa begann und 2009 in Asien endete.

In der Zwischenzeit hatte Chester mit seinen Freunden von „Julien-K“ sein eigenes Soloalbum unter dem Name „Dead By Sunrise“ veröffentlicht. Die Arbeiten dazu begannen aber bereits 2005, damals noch unter dem Pseudonym „Snow White Tan“. Auch den ersten Song gab es schon 2005, welcher sogar auf dem Soundtrack zu „Underworld:Evolution“ landete. Das Album von Dead By Sunrise, „Out Of Ashes“ wurde dann im Oktober 2009 veröffentlicht und Chester ging erstmal mit seinem Soloprojekt auf Tour.

Nachdem nun aber alle Tours beendet waren, zog sich Linkin Park komplett ins Studio zurück, um den Nachfolger von „Minutes To Midnight“ zu erschaffen. Währenddessen wurde aber noch „New Divide“ als Einzelsingle veröffentlicht. Der Song war nämlich Titeltrack für den Soundtrack von Transformers 2, zu dessen ersten Teil Linkin Park schon „What I’ve Done“ beigesteuert hatten.

Den ersten Vorgeschmack auf „A Thousand Suns“ bekamen die Fans dann schon Mitte 2010 als die erste Single „The Catalyst“ veröffentlicht wurde. Und viele waren geschockt. Linkin Park hatten erneut einen Genrewechsel gewagt. Nun hieß es also Rock kombiniert mit Synthie und Elektro Sounds und keiner wusste so recht in welche Richtung man es einordnen sollte, einige sprachen sogar von Techno. Als dann im Oktober endlich das Album selbst im Handel erhältlich war, ging ein Aufschrei durch die Fangemeinde. Man fragte sich, was mit Linkin Park passiert war und warum sie diesen krassen Wandel durchgemacht hatten. Nun kann man sagen, dass es ihre eigene Entscheidung war, aber viele ehem. Hardcorefans sagen immer noch, dass Linkin Park diesen Genrewechsel gewagt haben, um mehr zu verkaufen, andere jedoch sagen, dass es ein gelungener Wechsel ist, Linkin Park ihre Wurzeln aber nie verloren haben.

Noch während der “A Thousand Suns”-World Tour kündigte die Band allerdings an bereits an einem neuen Album zu arbeiten, welches schneller als bisher veröffentlicht werden kann. Von dieser Nachricht waren viele überrascht, manche hatten jedoch auch Angst, dass die Qualität des neuen Materials darunter leiden könnte. Für dieses neue Album solle allerdings nichtmehr so viel experimentiert werden, wie auf dem direkten Vorgänger heißt es aus Kreisen der Band immer wieder, schließlich könne man ja aus dem Vollen schöpfen, was Werkzeuge angeht. Dies Bemühungen resultierten schließlich in der aktuellen Single BURN IT DOWN und kanalisieren sich in dem am 22. Juni erscheinenden Album LIVING THINGS, was so viel wie Lebewesen bedeutet und an das ursprüngliche Konzept der Band “Hybrid Theory” angelehnt sein soll. Noch bevor das Album veröffentlicht wird gehen Linkin Park wieder auf Tour, um das Album zu promoten und weltweit zu präsentieren, wir können uns also mit Spannung auf die Zukunft gefasst machen.

Mitglieder

Brad Delson
Chester Bennington
Dave “Phoenix” Farrell
Joe Hahn
Mike Shinoda
Rob Bourdon