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News

Linkin Park im aktuellen Kerrang! „Dieses Mal ist es emotional…“ veröffentlicht am: 28. Juni 2012 um 16:24

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Linkin Park waren ja in der Vergangenheit schon häufiger Aufhänger im englischen Kerrang! Magazine. Auch zur Veröffentlichung von LIVING THINGS gibt es jetzt im Kerrang! wieder eine Titelstory zu Linkin Park in der unter anderem Chester der Zeitschrift Frage und Antwort stand. Da es die Zeitung nur äußerst selten im deutschen Handel gibt und nicht jeder von euch des englischen mächtig ist, hier für euch der erste Teil der Übersetzung (Für Teil 2 Klicken, Für Teil 3 Klicken):

Die Rückkehr von

Linkin Park

„Dieses Mal ist es emotional…“

Chester Bennington
die nackte Wahrheit!

Tag der Abrechnung

Mit dem 2010er A Thousand Suns sah es so aus als hätten Linkin Park ihr Publikum bis zur Grenze der Belastbarkeit gefordert. Die Frage ist nun, kann das neue Album LIVING THINGS nun diese Abseitsposition aufheben? Haben sie ein Risiko zu viel auf sich genommen? Und wo ist Chester Benningtons Shirt? Tom Bryant sprach mit dem Mageren…

Die Fahrt von Phoenix nach LA ist ein langer, sechsstündiger Kracher. Den schnurgeraden Highway I-10 hinunter, vorbei an den verbogenen Kakteen des Joshua Tree National Parks und durch die trockene Wüstenhitze von Palm Springs, es ist ein Hochgeschwindigkeitsbrand unter weiten Himmeln.
Wenn man nun so bedacht ist, dann ist dies tatsächlich ein guter Zeitpunkt um über die wirklich wichten Sachen nachzudenken. Und Chester Bennington war so bedacht, als er diese Strecke vor einer Weile fuhr.
Als der Linkin Park Sänger zu dieser Fahrt aufbrach war er betrübt. Es war einige Monate nachdem die Band ihr viertes Album, A Thousand Suns aus dem Jahre 2010, veröffentlicht hatten und er war über die Reaktionen verwundert, die es hervorgerufen hatte. Experimentell, dunkel, klanglandschaftlich und kompliziert, das Album stand in krassem Gegesatz zur Musik, mit der Linkin Park sich einen Namen gemacht haben. Während ihre früheren Alben streng strukturierter, stromlinienförmiger, mainstream Rock waren – Alben, die ob sie es mochten oder nicht, den Nu-Metal definierten – setzte A Thousand Suns da an, wo ihr drittes Album Minutes To Midnight 2007 aufhörte: d.h. es zerriss ihr Regelbuch.
Das Ding hatte kaum einen Refrain in sich. Und so kam es, dass die Leute Chester und seinen Bandkollegen – Songschreiber und Leiter Mike Shinoda, Gitarrist Brad Delson, Bassist Dave ‚Phoenix‘ Farrell, Drummer Rob Bourdon und DJ und Videoregisseur Joe Hahn – dass Linkin Park sich verändert haben.Sie sagten ihm, dass die Band jetzt anders wäre. Er selbst hingegen konnte das nicht sehen.
„Lasst uns nicht vergessen, dass die Band ursprünglich mal Hybrid Theory hieß,“ sagt er über seinen Denkvorgang von damals. „Diese zwei Worte sind die Essenz von dem, was wir sind. Wir wollen all diese unterschiedlichen Stücke nehmen, sie miteinander verbinden und etwas neues erschaffen. Was könnte das besser repräsentieren als A Thousand Suns?“
Das waren Gedanken, die ihn eine ganze Weile lang nervten. Er war irritiert, dass die Leute dem Faden von Linkin Parks glänzenden Debüt zu ihrem vierten Album nicht folgen konnten.
„Es gab einfach so viele polarisierte Meinungen zu der Platte unter unseren Fans,“sagt er. „Ich dachte nur, ‚Worüber zur Hölle reden die? Wir sind keine andere Band‘.“
Also sprang er in sein Auto mit jeder der vier Platten der Band und fuhr die Strecke von seinem Haus in Phoenix zum Bandstützpunkt in LA. Und er drehte seine Anlage auf.
Während er so durch die Wüste brannte, vorbei an den staubigen Städten Buckeye, Blythe und Coachella, horchte er zurück auf den Bombast ihrer 2000er Anfänge, dessen Nachahmender Nachfolger Meteora, das dritte Umbruch-Album Minutes To Midnight und dem erforschenden A Thousand Suns in ihrer chronologischen Reihenfolge. Langsam, während LA sich groß in seiner Windschutzscheibe abzeichnete, realisierte er etwas. Es war das:“Da ist keine verdammte Frage, dass wir eine andere Band geworden sind.“
„Abgesehen von dem Fakt, dass du sagen kannst, dass Mike’s und meine Stimme die selben sind würde ich nicht im geringsten auf das Linkin Park von 2010 und das Linkin Park von 2000 schauen und sagen, dass sie die selbe Band sind,“sagt er.
Er erzählt diese Geschichte, während er in einer Londoner Hotel Suite sitzt und auf Promotour für das fünfte Album der Band ist. Er erzählt es, weil sie eine weitere Platte geschrieben haben, die versucht wieder nach vorn zu gehen, während sie dennoch die Vergangenheit mit einbezieht. Zum dritten Mal wie bei vielen Alben haben Linkin Park ein Album veröffentlicht, dass eine gewisse Distanz zwischen dem aufbaut, wo sie herkamen und wo sie jetzt sind.
Punk, Hardcore, Folk, Metal, Rock und Rap sind alle in LIVING THINGS verschmolzen, manchmal explosiv, oft wütend und fast immer innovativ. Aber wo nach es nicht klingt sind die Phantombilder der ersten beiden Alben an denen viele Fans nicht vorbeikommen. Wieder einmal werden Linkin Park die Meinungen polarisieren, weil sie sich wieder einmal weiterentwickelt haben.
Früher war das meiste, was man über Linkin Park sagen konnte, dass sie wussten, wie man Platten verkauft. Und jetzt sind sie wahrscheinlich die tapferste Band im Rockgeschäft.

Teil 2

Linkin Park sind sich bewusst, dass sie ihren Fans in den letzten Jahren eine Menge abverlangt haben. Sie wissen, dass sich ihr Linksabbiegen ins unbekannte nicht immer gut ausging. „Wir sind eine polarisierende Band: entweder lieben oder hassen uns die Leute,“ sagt Chester. „Aber bei der letzten Platte war es das erste Mal, dass diese Polarisierung unter unseren Fans stattfand. Es gab ne Menge Fans die sagten, ‚Alter, seit ihr Jungs komplett von dem weg, in das ich mich verliebt hab? Ich will Hybrid Theory. A Thousand Suns? Ein Stern.‘ Und dann gab widerum die, die gesagt haben,’Ich kann nicht glauben, dass Linkin Park solche Schritte wagen – das ist verdammt geil. Fünf Sterne‘. Das war, als ich realisierte, dass wir etwas richtig gemacht haben, weil wir Leute dazu gebracht haben emotional zu werden.“
Chester sieht wie ein Prediger aus, während er das sagt. Erschöpft von einem Tag voller Radio- und TV-Interviews und obendrein jetlagged von seiner Reise nach London, dennoch strahlen seine Augen.
„Wir fordern unsere Fans, aber auch uns selbst heraus. Und diese beiden Sachen passen normalerweise nicht gut zusammen,“ sagt er.“Wir machen einen guten Job.“
Für gestandene Linkin Park Interviewer ist es schön Chester in einer solch positiven Gemütsverfassung zu sehn. Neuerdings ist dies seine Standardeinstellung. Es ist ein Schrei aus längst vergangen Tagen in denen – wütender, besorgter und mit Alkohol und Drogen vollgetankt – er häufiger inden Seilen hing und sich darüber aufregte überhaupt erst Promo machen zu müssen.
Heutzutage ist Chester aber deutlich ruhiger. Die Trink- und Drogenprobleme der vergangenen Tage sind vergessen während eine Therapie ihm half sein Temperament unter Kontrolle zu halten. In den letzten Jahren hatte er einiges an außerplanmäßigem Spaß, da er kleine Rollen in Filmen wie Crank und Saw 3D spielte. Ebenfalls kürzlich schenkte seine zweite Ehefrau Zwillingstöchtern das Leben, Chesters fünftes und sechstes Kind und er trägt heute immer noch das Strahlen dieser Erfahrung mit sich.
„Sie sind wunderschön,“sagt er.“Und meine Frau ist anmutig wie immer. Ich bin absolut begeistert. Ich habe ein wirklich fantastisches Leben. Ich darf Musik mit meinen Freunden machen und dann geh ich nach Hause zu meiner wundervollen Familie.“
Wenn man ihm nun sagt, dass der wütende, verbitterte Chester vergangener Tage nie so etwas kitschiges gesagt hätte. Also antwortet er:“ Weißt du, dieser Chester jetzt ist besser als der Betrunkene der die ganze Zeit angepisst war weil ich mich scheiße fühle.“
Dann lächelt er.
„Ich denke mit dem Alter kam ein gewisser Grad Weisheit,“ fährt er fort. „Als ich in meinen frühen 20ern war, reagierte ich auf schlechte Sachen immer mit ,(ballt die Fäuste und droht dem Himmel mit ihnen)’Warum? Hol dich der Teufel Universum!‘ Jetzt bin ich eher so, ‚Okay, ich wusste, dass sich das in irgendeiner Weise bezahlt machen wird und ich werd ich werd davon bestimmt was lernen.‘ Das ist bei weitem eine bessere Sichtweise als die schreiende ‚Gottverdammte-Scheiß-Welt‘ Sichtweise.“
Und das ist vermutlich diese Weisheit, die es ihm erlaubt hat zu verstehen, warum Linkin Park Fans von A Thousand Suns ein wenig verwirrt waren. Das ist der Grund, warum die Fahrt aus Phoenix eher konstruktiv als rückschrittlich war.
„Als ich mir alles nacheinander anhörte hab ich herausgefunden warum die Leute ausgeflippt sind. Dinge waren nicht so einfach wie ich dachte, dass sie es sind. Es ist nicht so einfach eine Verbindung zwischen Hybrid Theory und A Thousand Suns zu hören, wie ich dachte. Da war wirklich eine Menge Wahrheit in dem was die Leute sagten,“ sagt er. „Es war wirklich interessant statt gut, schlecht oder gleichtgültig. Ich konnte endlich sehen worüber die Leute redeten. Ich verstand warum Leute von der Platte vergrault wurden und warum einige Leute sie absolut liebten. Hätte ich diese Fahrt nicht auf mich genommen, dann hätte ich wohl gedacht ‚Geht doch zum Teufel‘.“
„Wir bewegten uns in eine Richtung, die gut und gesund für die Band war, aber ich verstehe, was die Leute dachten, die es nicht mochten. Und ich werde sie nicht dafür hassen weil es aus der Fanperspektive Sinn ergibt. Es gab mir den Antrieb eine Brücke zwischen dem, was wir jetzt machen, und was wir schon gemacht haben, zu bauen.“
LIVING THINGS, glaubt er, ist diese Brücke.

„WIR HABEN EIN PAAR SCHLÄGE EINGESTECKT, ABER WIR HABEN GEWONNEN…“ Chester Bennington

Linkin Park sehen ihre neue Platte als leichtes Zurückrudern vom extremen Experimentalismus von A Thousand Suns. Für den Anfang hat sie schonmal Songs drauf. Wo der Vorgänger als ein einziger 48-minuten langer Track hätte existieren können – und eine solche Version ist tatsächlich verfügbar – ist LIVING THINGS deutlich traditioneller dahingehend, dass hier 12 unterscheidbare Songs auf der Platte sind. Zum Teil war der Grund zu versuchen die verschreckten Fans zu besänftigen.
„Auch wenn wir uns nicht immer nur zurücklehnen und versuchen zu liefern, was wir denken, was unsere Fans erwarten,“ sagt Chester,“zur selben Zeit geben wir hoffentlich auch den Kids etwas, die sich fühlen als hätten wir sie veräußert.“
Die Band hat bemerkt, dass es beim Live spielen ziemlich kompliziert war die Songs von A Thousand Suns in das Set einzuarbeiten. Ungelenk anschmiedgend neben der hochenergetischen Angeberei ihrer Nu-Metal Hits konnten Tracks wie Iridescent und Burning In The Skies die Mengen nicht wirklich im Sturm erorbern. Das war etwas über das beide, Chester und der Chefsongwriter der Band Mike Shinoda gesprochen haben.
„Mike und ich sagten, dass wir für die nächste Platte einen Deal eingehen müssen,“ sagt Chester. „Wir mussten sie einfach sehr energiegeladen machen, damit wir, egal welchen Song wir auswählen würden um ihn Live zu spielen, Energie zum Set hinzufügen würden. Ich weiß nicht ob Mike dieses Gespräch auch mit Brad oder den anderen hatte. Aber ich weiß, dass ich diese Energie zurückwollte.“
Mike, für seinen Teil, war zufrieden damit, dass Leute einfach nur da standen und zuhörten. Aber er stimmte zu, dass sie die atmosphärischen Traumlandschaften von A Thousand Suns nicht wiederholen würden. Am Telefon aus Deutschland sprechend, wo er die selben Interviews mit den europäischen Medien führte, die Chester in England übernahm, erklärt sein Denken.
„Vor zwei Platten versuchten wir in so viele Richtungen wie möglich zu stoßen und experimentierten mit so vielen verschiedenen Sounds wie wir konnten. Jeder Song von Minutes To Midnight klang, so denke ich zumindest, komplett anders als der vorhergehende; es war fast wie ein Patchwork aus verschiedenen Ansätzen.“
„Bei A Thousand Suns war die Idee einen Sound und einen Weg einzuschlagen und diesen so weit wie möglich entlangzugehn; es war ein Konzeptalbum und wenn die Idee für einen Song kam folgten und folgten und folgten wir ihr einfach. Es ging rein um das Experimentieren mit dem Verfolgen einer Idee.“
„Mit der neuen Platte schauten wir auf die Songs, die auf der letzten Platte zu Singles wurden – speziell Burning In The Skies und Iridesceent – und Chester und ich stimmten überein, dass es super wäre sich auf einige, peppigere Songs zu konzentrieren, so dass wir, sollten sie Singles werden, hinter Songs stehen konnten, die mehr Energy haben [auf der Bühne].“
„LIVING THINGS ist eine mehr Song-basierte Platte. Jeder Song ist ein kompakter, energetischer Ausbruch. Teils, weil wir diese Sachen in die Setlist einbauen wollten und teilweise, weil wir uns in dem Moment genau daran erfreut haben. Es ist ne Weile her, dass wir eine Platte wie diese gemacht haben und jedes Mal, wenn ich ne Demo mitgebracht hab [um sie dem Rest der Band vorzuspielen], war die Energy hoch.“
Das heißt, dass LIVING THINGS auf viele Weisen ein turbogeladenes Album. Ruckelnder Bass, treibende Beats und Mikes hochaufgeladene, rappende Dominanz. Ein Song, Victimized, ist rasender Hardcore – vielleicht der wütendst klingende Song, den Linkin Park je gemacht haben. „Ich denke,“sagt Mike,“dass es eine ziemlich emotionale Platte ist.“

„ES IST KEINE FRAGE, DASS WIR EINE ANDERE BAND GEWORDEN SIND…“ Chester Bennington

Sie entstand als Gruppenleistung – obwohl Mike, wie immer, die treibende Kraft war.
„Er ist definitiv das kreative Rückgrat dieser Band,“sagt Chester.“Mike und Brad werden immer eine Menge mehr leisten als alle anderen – speziell Mike, weil das einfach seine Natur ist, er ist produktiv. Aber wir sind alle unheimlich in den kreativen Prozess eingebunden, damit jeder immer zufrieden aus der Sache rausgeht. Das war bei den ersten beiden Platten nicht unbedingt der Fall – da gab es defintiv einige Momenten [in der Zeit] in denen Leute gesagt haben,’Yeah, wir haben ne Platte gemacht, aber was zur Hölle hab ich gemacht?‘ Jetzt haben wir einen Weg gefunden als Demokratie zu handeln. Die Egos werden in Schach gehalten.“
Wenn Chesters Fahrt aus Phoenix gezeigt hat wie sehr sich die Band musikalisch verändert hat, beweist dieses Demokratieverständniss mit dem sie jetzt ihre Platten machen, wie sich ihre Gruppendynamik entwickelt hat. Die Band von damals hat einfach, wie Chester uns bereits gezeigt hat, wenig mit der jetzt gemeinsam.
Linkin Parks erste zwei Alben wurden, auf viele Weisen, nach Blaupausen geschrieben. Die Songs waren größtenteils nach einem Design strukturiert, wie Chester K! früher schonmal erzählt hat:“Strophe, Pre-Chorus, Chorus; Strophe, Pre-Chorus, Chorus; Bridge, Doppel-Chorus, Ende: Bäm, so gehts.“
„Es gab eine Formel, nach der wir sie zusammengesetzt haben,“ stimmt Mike jetzt zu. „Die Herangehensweise war eher die eines Hip-Hop Produktionsstreams. Brad und ich machten einen Track und wenn das getan war, war der Song meist schon zu mindestens 80% fertig – meist sogar mehr. Dann arbeitete ich mit Chester an den Gesangsparts und wir waren so ziemlich fertig. Die Art, wie wir an die Sachen herangingen ließen nicht viel Platz für Veränderung oder Bewegung.“
Jetzt hingegen steuern alle sechs Mitglieder etwas bei und die Songs entstehen aus einer Wolke von Ideen. Wo früher alles in ein starres Gefüge passte, operieren Linkin Park inzwischen auf eine weitaus nebulösere Art.
„Das hat inzwischen mehr ein kritzelnder oder zeichnender Vorgang,“ sagt Mike. „Anstatt dass wir eine Idee nehmen und sie zu einem Song zu verarbeiten, setzen wir uns eher an den Song und versuchen Ideen aus der Luft zu greifen. Das ist sehr unterbewusst und intuitiv. Kennt ihr Rorschach Tests  bei denen ihr Leuten Tinkenkleksformen zeigt und sie fragt, was sie sehen? Wenn wir schreiben, ist es dem ziemlich ähnlich. Ganz egal wie dürftig der Track aus sein mag – sagen wir nur zwei Sounds und eine Hi-Hat – dann krieg ich ein Bild in meinem Kopf, wovon der Song handelt. Ich weiß es einfach. Von diesem Punkt aus fließt er mir dann einfach aus der Feder.“
Von Struktur zu Anti-Struktur, von Präzision zu Abstraktion, Linkin Parks Weg ist ein fast kompletter Wandel gewesen.
„Wir kennen unsere Stärken und Schwächen und wir erlauben uns gegenseitig an solchen Orten zu existieren und wir sind glücklich das zu tun,“sagt Chester zum neuen System.

Es gibt aber auch einige Gewohnheiten, die Linkin Park dennoch nciht abgelegt haben. Abgesehen von Chester, der viele seiner Probleme offengelegt hat, sind sie immer eine Band gewesen, die sich nicht in die Karten hat schauen lassen. Zu Beginn defensiv – möglicherweise Verständlich, angesichts der unwahren Anschuldigungen, sie seinen eine Rock Boyband – und seit dem immer verschwiegen, sind sie keine Band, die viel über sich preisgibt. Obwohl Mike darüber als emotionales Album spricht und sogar sagt, dass sie auf LIVING THINGS „persönlichere Themen“ behandeln, sind sie nicht drauf und dran euch zu erzählen, wer sie waren.
Fragt, was denn so persönlich sei und dann kommt erstmal eine lange Pause…
„… Eine Sache, die ihr über mich wissen solltet, ist, dass ich wirklich zögerlich bin, wenn es darum geht über die Bedeutungen von Songs zu sprechen,“sagt er nach einer Zeit, die sich wie eine Ewigkeit anfühlt.
Und dann sagst du ihm, dass das genau der Grund ist, warum du ihn gefragt hast.
„Naja, da sind zwei Gründe die ziemlich speziell und einfach sind,“erklärt er endlich. „Der erste ist, dass ich einfach eine Privatperson bin und meine Familie und meine Probleme nicht in die die Welt hinausstrecken will. Ich denke, dass das einfach nicht fair ist.“
„Der Zweite ist dieser: Wir haben vor einer ganzen Weile einen Song veröffentlicht und Rob und ich haben einige Interviews gegeben. Ich sprach etwas mehr im Detail über die Meinung des Songs als ich es zuvor getan hatte und hinterher hat mir Rob erzählt, dass er dachte, dass der Song von etwas vollkommen anderem handeln würde. Für ihn habe ich ein Stück von dem Song weggenommen. Er hatte nicht länger die selbe Verbindung zu ihm. Ich will Leute einfach nicht in die selbe Situation wie Rob bringen. Ich möchte nicht, dass die Leute denken, dass sie bei einem Song falsch liegen.“
Nach dem er das gesagt hat, ist er aber bereit einzuräumen, das einiges von LIVING THINGS über Leute ist, die er kennt und Sachen, die sie durchgemacht haben.
„Ich kann auf die Texte zurückschauen und sagen, dass ich denke, dass diese Songs von Beziehungen handeln, die ich hatte – nicht nur mit einem Mädchen, auch mit Familien und Freunden,“sagt er. „An einer Stelle dachte ich an einen Freund, der jemanden verloren hatte und sofort hatte ich einen Text im Kopf. Dem folgte ich einfach und daraus wurde ein Song. Auf diesem Album jedoch ging es nicht darum diese Gedanken in einer Kiste einzufangen – es ging mehr darum diesen Gedanken freien Lauf zu lassen und zu sehen, wo sie uns hinführen.“

Das ist eine gute Analogie, das, also für Linkin Park. Einst waren sie von der Box, die sie um ihre Musik gepackt hatten, so eingenommen und limitiert. Jetzt haben sie diese Box weggenommen und es ist faszinierend anzusehen, in welch überraschende Richtungen sie gehen. Bei A Thousand Suns hieß dies, dass man den Songs freie Hand gab – bei LIVING THINGS hatten sie ein wenig gelernt das zu kontrollieren. Oder wie Chester es sagt:“ Wir haben ein wildes Pferd gefunden und es genug gezähmt um es ohne Sattel zu reiten.“
Und die Evolution der Band ist wirklich außergewöhnlich: von multi-platin Megastars zu Experimentalisten. Von einer Band, die in diesem Jahrhundert mehr Platten als U2 verkauft haben zu einer, die düsteren Flok, lodernden Hip-Hop und rohen Punk miteinander verschmilzt. Was auch immer ihr von ihnen oder ihrer Musik denken mögt, es ist schwer nicht zuzugeben, dass sie Eier haben.
„Wir sind in unserer Karriere einige große Risiken eingegangen,“ stimmt Chester zu. „Nach dem Erfolg mit Hybrid Theory und Meteora haben wir etwas gemacht, dass jeden Labelchef auf dieser Welt zu Tode erschrecken würde. Man sagt ihnen einfach ‚Okay, wir machen sowas jetzt nichtmehr‘ und sie sagen dann,’Worüber zum Teufel redet ihr da grad? Was ist bei euch kaputt?‘ Aber wir haben uns selbst getestet und sind da mit einem guten Gefühl rausgegangen.“
Das ist der Grund warum Linkin Park wieder Selbstvertrauen ausstrahlen. Sie wissen, dass sie die harte Arbeit schong emacht haben – dass Minutes To Midnight und A Thousand Suns die Neuerfindung erreicht haben, nach der sie gesucht haben. Das sie gezeigt haben, dass sie etwas anderes machen können und das auch noch gut, ist der Grund, warum sie nun glücklich sind LIVING THINGS strahlen zu lassen. Weil sie sich jetzt endlich ausleben können.
„Es war ein Kampf das zu tun. Wir haben ein paar Schläge eingesteckt,“ sagt Chester abschließend.“ Aber wir haben gewonnen.“

LINKIN PARKS ALBUM LIVING THINGS IST JETZT ÜBER WARNER BROS. ERHÄLTLICH

Quelle: Kerrang! Scans via MikeShinodaClan

1 Kommentar

  1. ChazyJanette sagt:

    Ich liebe und lebe Linkin Park. Ich find alles gut was die Jungs machen.
    Ich kann die Fans verstehen die sagen das dieser weg nicht gerade toll ist. Aber die Jungs entwickeln sich weiter und die Musik eben auch. Aber ich find es gut das Chester es eingesehen hat das es in eine völlig andere Richtung geht und das Living things eine art Brücke ist. Die Jungs wissen was sie tun und hoffentlich das Richtige.

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